Der Unsinn Frauenquote

Liebe Alle,

dass ich kein Feminist bin, sollte jedem klar sein. ich lehne – logisch begründet – Genderstudies und Geschlechtergerechte Sprache konsequent ab (man mag mir hier den fehlenden Link auf frühere Posts verzeihen). Trotzdem – eigentlich ist dieses der Grund meiner Ablehnungen – bin ich für eine Gleichberechtigung von allen Mitgliedern einer Gesellschaft. Das heißt sowohl von Frauen, als auch vom Männern.

Nun hat aber die Koalition den Regierungsentwurf einer Frauenquote veröffentlicht. In diesem Entwurf schreibt die Koalition eine Ergebnisquote von 30 % fest. Ich möchte hier ausführen, warum dieser Entwurf fundamentaler Blödsinn ist.

I) Chancengleichheit vs. Ergebnisgleichheit

Gesetzt dem fall, man zielt auf eine Gleichberechtigung, so muss man beachten, dass dieses niemals Ergebnisgleichheit, sondern nur Chancengleichheit bedeuten kann. Ergebnisgleichheit, das heißt, dass alle “Geschlechter” gleich repräsentiert werden verneint nämlich gerade die Gleichheit:

gegeben seien eine Ausgangsmenge von Bewerbern und Bewerberinnen auf vier Posten, wobei gleichviele Bewerberinnen als auch Bewerber zur Verfügung stehen, so ist auch eine Ergebnisgleichheit von jeweils 2 Personen im Endeffekt gerecht. Alle haben die selbe Chance.

Aber sobald die Ausgangsmenge der jeweiligen Bewerber nicht absolut homogen in Hinblick auf Qualifikation oder Verhältnis der Geschlechter ist, wird das ganze ungerecht: Gegeben sind drei Posten. Es existieren 15 Männliche und 2 weibliche Bewerber. nun hat jede Frau bei einer starren Ergebnisquote mindestens eine 50% Chance genommen zu werden, während die Männer lediglich eine 7% Chance haben genommen zu werden. Dieses führt zu weniger Qualifizierungsdruck auf die Frauen, während Männer immer höhere Abschlüsse und Qualifizierung beibringen müssen.

Insofern führt eine vorgeschriebene Ergebnisgleichheit zu einer Ungleichheit. Nur eine – wie bereits mit dem AGG umgesetzte – Chancengleichheit ist wirklich Gerecht.

II) Keine Besserung für die Meisten

Eine solche Quote, wie Sie von der Bundesregierung nun vorgeschlagen wird, nützt kaum jemandem. Ausgehend davon, dass die jetzigen Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt auch ein Resultat der Verhältnisse der “Gesellschaft in der Wirtschaft”, also unteranderem dem Arbeitsklima, dem Umgangston, dem Konkurrenz- und Kostendruck, etc. , darstellen, wird höchsten einigen wenigen Frauen geholfen. In den “unteren” Etagen eines Unternehmens wird sich kaum etwas ändern. Schließlich sind auch Frauen in Führungspositionen mit dem Unternehmen an sich dem ewig mahlenden Konkurrenzdruck ausgesetzt. Und am Kapitalistischen System wird sich auch nichts durch eine gesellschaftliche Tickel-Down-Theorie etwas ändern.

Vielmehr wird ein Denkmodell, dass Dogmenartig den Mann zum Schlechten erklärt und dass die wenigen Frauen in Führungspositionen rein mit dem männlichen Streben nach Weltherrschaft erklärt weiter verfestigt und bestärkt. Eine Ursachenforschung oder eine tatsächliche “Frauen””-“ oder besser Gesellschaftspolitik wird so weiterhin erfolgreich vermieden.

III) Kleinigkeiten

Natürlich gibt es noch mehr Gründe, warum der Gesetzesentwurf meiner Meinung nach Humbuck ist: erstens greift dieses Gesetz in die Privatautonomie ein. Den Eigentümern wird aufoktroirt, wen diese einstellen sollen und wen nicht. Andererseits greift dieses Gesetzt auch in die Wahlgleichheit ein: Wahlgremien müssen plötzlich auch zwangsläufig Quotiert besetzt werden. Eine Freie, und GLEICHE Wahl ist so nicht mehr möglich. Vielmehr werden nicht demokratisch legitimierte Kandidaten (Oder Kandidatinnen) zwangsweise in Wahlgremien gesetzt. Zudem ist der Entwurf Inkonsequent: Teilweise werden explizit nur Frauenquoten festgelegt, an anderer Stelle Geschlechterquoten.

IV) Nur zum Abschluss

Art 3 Grundgesetz sagt aus:

“(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.”

Wenn man sich jetzt die unter I) getätigten Überlegungen vor Augen führt – dass bei einer Ergebnisgleichheit eine Chancenungleichheit herrscht – ist zumindest Fraglich, ob dieses eine Gleichberechtigung ist und ob nicht durch diese Gesetz nicht selbst der Art. 3 Abs. 2 GG verletzt wird. Auf keinen Fall wird mir jemand Argumentieren können, dass das Gesetz mit “Niemand darf wegen seines Geschlechtes […] benachteiligt oder bevorzugt werden.” im Einklang steht.

Insofern ist dieses Gesetz absoluter Müll. Ich hoffe, dass wenn das Gesetz den Bundestag passiert, jemand vor das BVerfG zieht und die den Müll kassieren.

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