Sprachlicher Humbug – die Zweite

Ich möchte auch hier folgendes kurz und knapp kommentieren:

http://www.sprachlog.de/2014/07/15/die-fuenf-freunde-und-die-rueckkehr-zur-sprachlichen-normalitaet/

Die Argumentation hier ist zwar schön, aber auch einfach nur Polemisch. Ein wenig mehr Sachlichkeit und Widerlegung der (auch noch so schwachsinnigen) Argumente wäre mir persönlich sehr lieb gewesen. Es zeigt sich nämlich ein wenig, dass man (der Autor) hier mit der Überzeugung der endgültigen Wahrheit heran geht, die so einer auch kritischen Selbstanalyse, bzw. Reflexion entgegensteht.
Abgesehen davon möchte ich kurz noch einige Argumente einbringen:
1) Ist grundsätzlich nicht Sprache, dass was wir in Begriffe herein interpretieren? Basiert doch grade der Ansatz der Vertreter einer “gegenderten” Sprache hierauf. Heißt das aber denn nicht, dass es sinnvoller wäre eine Änderung des Sinninhaltes eines Begriffes zu erreichen, anstatt neue Begriffe zu schaffen, auf die doch “falsche” Bedeutungen übergehen?
2) Aus welcher Rechtfertigung heraus, maßt man sich an, in den natürlichen Sprachprozess einzugreifen und die Sprache diktatorisch ändern zu wollen. Außerdem ist nicht jeder Eingriff in die Sprache, mir dem Ziel das Denken zu ändern, nicht auch ein Eingriff in die Meinungsfreiheit des einzelnen, der Frei sein muss, auch abwegige Meinungen zu vertreten, in dem es ihm unmöglich gemacht werden soll, diese zu artikulieren und zu denken.?
3) Aus einer Rechtsphilosophischen Perspektive heraus  ist zu fragen, ob unter der Prämisse, dass eine überwiegende Mehrheit der Bürger eine “gegenderte” Sprache ablehnen oder nicht verstehen, eine solche in Gesetzen nicht vermieden werden sollte. Ist noch bei Gesetzen anzustreben, dass diese von den Bürgern verstanden werden? Zwar ist es korrekt, dass Gesetze im Zweifel durch geschultes Personal (Juristen) ausgelegt und interpretiert werden müde, dennoch sollten Gesetzte sprachlich, strukturell und inhaltlich so zusammengefasst und verfasst werden, dass diese von jedem Laien verstanden werden können.

Im übrigen möchte ich noch darauf hinweisen, dass auch ist das Argument, die Forschung der letzten 40 Jahre hätte die “gendergerechte” Sprache als einzig richtig bewiesen, bzw. Hätte gezeigt, dass nur hierdurch Frauen “sichtbar” gemacht würden, zumindest mit Vorsicht zu genießen ist. Die “Genderstudies” als Forschungsgebiet sind nicht grundsätzlich objektiv, da sie (zwar verschiedene) Feminismus-Theorien als Basis jeglicher Forschung, Versuche und Interpretationen nehmen. Eine Objektive und selbstkritische Überprüfung findet selten statt. Auch sind viele Studien statistisch nicht wirklich aussagekräftig und einige weisen eklatante methodische Mängel auf.
Wenn also schon von Wissenschaft gesprochen wird – von einem Wissenschaftler – dann sollte eine Behauptung, etwas sei wissenschaftlich Belegt, zumindest auch mit Fundstellen oder Verweisen belegt werden.

Im meine eigenen Maßstäbe anzulegen (und dem Scheiß zu dokumentieren den ich früher verzapft habe) verweise ich auch gerne auf meine alten Post zu diesem Thema: Hier
(auch wenn ich mich präzisieren möchte: ich habe nichts gegen ein generischen Femininum, ich persönlich finde es klingt vielfach halt gekünzelt.)

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