Kurz und Knapp: Profitismus II

Ich möchte in diesem Post auf gewisse Kritik meines vorhergehenden Post “Profitismus I” eingehen:

Von einigen Personen wurde eingewandt, dass das von mir skizzierte Problem nicht bestehen würde, da die Inflation, das heißt der Wertverlust des Geldes durch Drucken von weiterem Geld, die Zinsen und Verschuldung kompensieren würde.

Dem möchte ich widersprechen: zinsen auf Kredite bewegen sich immer oberhalb der Inflationsrate zum Zeitpunkt der Kredit Ausgabe, da ansonsten die Bank keinen Gewinn mit einem Kredit machen würde. Das bedeutet, dass, sofern es keine steigende Inflation gibt, die Auswirkungen der Inflation auf einen Kredit unbeachtlich sind.

Gleichzeitig werden Produktpreise auch an den Inflkationssatz angepasst, so dass sich im Idealfall ein Produktpreis über die zeit auf einem gleichbleibenden Wertniveau befindet.
Das führt dazu, dass die Gewinne an sich kaum der Inflation unterliegen. Selbst verständlich werden positive Geldbeträge auch Verzinst, jedoch unter Inflationsniveau, so dass positive Geldbeträge an Wert verlieren.

Dieses ist auch Sinnvoll, da gehortetes Geld verlorene Kaufkraft für die Wirtschaft darstellt.
Jedoch können positive Geldbeträge quasi banklich wieder höher verzinst angelegt werden.
Meine vorhergehende Argumentation in Profitismus I wird davon also nicht berührt.

Selbstverständlich kann das ganze trotzdem Funktionieren: Durch stetig steigende Löhne und langfristige Schulden, bei gleichzeitiger relativ kurzfristiger Inflation (eg. 3% pro Jahr) werden Schulden relativiert. Dabei ist zu beachten, dass dieses nur bei ständig steigender Produktivität, und diese nur bei ständig steigendem Absatz (ständig steigendes unendliches Wachstum) auf dauer funktioniert. Dieses ist jedoch eine Illusion: Es gibt einfach eine maximale menge Arbeitskraft, die ein Mensch aufwenden kann, eine begrenzte Menge Produkte, die ein Mensch überhaupt konsumieren kann und auch nur eine begrenzte Menge Rohstoffe, die zur Verfügung stehen.

In unsere Gesellschaft ist über die Zeit aufgrund von Politischen Entscheidungen und Wirtschaftlichen Phänomenen die Produktion, das heißt die zur Erzeugung eines gutes geleistete Arbeit, und das Kapital, das heißt die abstrakte Repräsentation von Arbeit, auseinander gefallen:

Die Produktion von Gütern wird auf der einen Seite von Billiglöhnern verrichtet. Outgesourced nach China, Taiwan, Vietnamm und Afrika; oder durch Zeitarbeiter mit kümmerlichen Löhnen und fehlendem Arbeitsschutz in Europa. Sie verdienen kaum Geld; Ihr Lohn reicht oftmals noch nicht einmal aus, das von Ihnen selbst hergestellte Produkt zu kaufen.

Dabei befindet man sich hier in einem Teufelskreis: Um den Gewinn zu steigern, müssen mehr Produkte abgesetzt werden, um mehr Produkte abzusetzen müssen die Preise runter, damit bei gleichem Gewinn die Preise runter können, müssen die Herstellungskosten und damit auch die Löhne bezogen auf das einzelne Gerät runter. (Grob zusammengefasst)

Gleichzeitig wird von nicht selbst Arbeitenden Akteuren immer mehr Kapital angehäuft. Als Investoren und Ideenverwerter verlagern Sie ihre Produktzion auf andere aus, denen Sie weniger für die Produktion zahlen, als sie selbst pro Produkt einnehmen.

Diese Akteure stellen aber leider zwangsläufig die Minderheit im Wirtschaftssystem dar: Sie müssen neben ihrem eigenen Gewinn auch ihre eigenen Kosten erwirtschaften. Diese setzen sich aus ihren Angestellten und ihren Ausgaben für die Produktion zusammen. Die Produzenten haben ebenfalls ihren Gewinn, ihre Angestellten, die Produktionskosten im engeren Sinne und die Rohstoffe zu finanzieren. Die Rohstofflieferanten müssen wiederum ihren Gewinn und ihre Angestellten finanzieren.

Dadurch wird ersichtlich, dass, damit das System auf Dauer funktioniert, die Kosten gering und das Einkommen groß sein muss. Denn mit steigenden Kosten auf einer Ebene steigen auch die Kosten aller nachfolgenden Ebenen, können Wahren aus den oberen Ebenen nicht mehr in dem benötigten Umfang gekauft werden; das System kollabiert. Mit sinkenden Kosten, sinken auch die Löhne und es können Wahren aus den oberen Ebenen nicht mehr in dem benötigten Umfang gekauft werden; das System kollabiert; – es sei denn, es werden mehr von den eigenen Produkten Verkauft, dann müssen aber mehr Produkte der Höheren Ebenen abgesetzt werden, was nicht Möglich ist, un das System kolabiert.

In dieser Konstellation ist das Zwangsläufige passiert: Kapital, das an sich ja eigentlich ein Gegenwert für geleistete Arbeit sein soll, ist ungefähr gleich verteilt. Nun setzt sich der Kreislauf in Bewegung. Es wird Produziert und nach und nach sammelt sich bei der oberen Schicht das Kapital an, obwohl von diesen Akteuren selbst keine Arbeit verrichtet wird. Sie lassen lediglich Arbeiten.

Dieses kann, hat, und wird, sich sogar weiter fortsetzen: Es wird noch nicht mehr Arbeiten gelassen. Es wird lediglich Kapital, dass durch die eine oder andere Art sich angesammelt hat, lediglich investiert. Es wird Kapital als Produkt an sich eingesetzt. Die Marktregel führen dazu, dass nicht nur des eingesetzte Kapital wieder zurückfließt, sondern, dass auch noch Gewinn erwirtschaftet wird.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt, hat sich Geld, sprich Kapital, vollständig von der Produktion, der Arbeit. gelöst.

Dieses ist heutzutage geschehen. Dadurch wird, entgegen des ursprünglichen Modelles, wo zumindest durch Kauf von Produktion noch kapital zurück in die unteren Scfhichten floss, kein Kapital mehr in die anderen Schichten zurückgegeben. Kapital wird akkumuliert und den anderen Schichten relativ und absolut gesehen entzogen. Das System ist am Kolabieren.

 

On a Sidenote: Dieses kann eigentlich nicht im Interesse der Kapitaleigner sein: Unser gesamtes System basiert darauf, dass Leistungen von vielen in Anspruch genommen werden und bezahlt werden: Die Produktion von Gütern genau so wie die medizinische Versorgung. Wenn also die Gesellschaft verarmt, fällt auch der Lebensstandard der “Reichen” weg. Als beispiel sei auf Zentralafrika verwiesen, wo ähnliche Vorgänge zu einer Verarmung der Gesellschaft bei Akkumulierung immenser Kapitalmengen bei einzel Akteuren und in folge zu einem Verfall der Gesellschaft (Infrastruktur, Medizin, öffentliche Sicherheit, etc) geführt hat.

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