Dehumanisierung (II)

Fortsetzung von Dehumanisierung I.

Ich möchte in diesem Post erklären, wie der Name dieser Reihe zustande gekommen ist.  Ihm liegt eine Überlegung zu Grunde, die ich seit dem Vorfall des ersten Posts dieser Reihe anstelle (Und auf die mich meine Mama gebracht hat):

Der Mensch betrachtet alle Objekte, belebt oder unbelebt, als Wesen und gesteht ihnen Gefühle zu, sofern Sie äußere Merkmale eines Wesen aufweisen: Ein Gesicht. Als Beispiel, das Ihr wahrscheinlich alle kennt, möchte ich nur auf die Reaktionen verweisen, die Hunde oder Katzen in einem hervorrufen. man interpretiert in deren verhalten ganz automatisch menschliche Intentionen und Gedankengänge hinein, ohne, dass diese Tiere solche Aufweisen. Die Logik und Gedanken von Tieren unterscheiden sich wahrscheinlich von den Unseren. So ist es auch zu erklären, dass wir ein Tier, wie einen Hund oder eine Katze, o.ä. nicht verletzen wollen und große Skrupel haben, diesen selbst in für uns gefährlichen Situationen Schmerzen zu zufügen, gleichzeitig jedoch keinerlei Skrupel haben, andere Tieren, wie Würmern, Insekten, Fischen oder Kopffüßlern jederzeit zu töten, obwohl vor allem Fische und Kopffüßler durchaus einen mit höheren Landtieren vergleichbaren Intellekt aufweisen können.

Aus diesem wird auch klar, warum in einschlägiger Fachliteratur davor gewarnt wird, (Bzw. Die CIA und die US Army es gerade in ihren Gefängnissen – Ich erinnere gerne an Guantanamo und dieses Gefängnis in Afghanistan – anwenden) anderen Personen durch entstellende Kopfbedeckungen ihre Persönlichkeit zu nehmen: Durch das verbergen des Gesichtes, verliert die entsprechende Person für uns unbewusst einen Teil ihrer Personeneigenschaft. Unsere Hemmschwelle, die Person zu verletzen sinkt.

Ein ähnliches Phänomen tritt auf, wenn eine Person sich in einen Ganzkörperanzug oder Ganzkörpoerschleier steckt. Die verschleierte Person wird aus Sicht der anderen Personen eine “Nichtperson”. Sie de-humanisiert sich. Entsprechend ist auch eine fundamentalistische Muslima, die eine “Burka” trägt, in den Augen der anderen Teilnehmer zumindest unbewusst de-humanisiert wird.

Philosophisch betrachtet ist dabei noch ein anderer Punkt einschlägig: Neben dem oben genannten ist eine Verschleierung der größte mögliche Ausdruck der Negierung von Rechten. Durch die Pflicht der Verschleierung ist eine Person gerade in der Öffentlichkeit, das heißt gerade dort in der Mitte der Gesellschaft, nicht mehr Gleich. Sie hat nicht mehr das Recht, ihre Gefühle, Regungen, und Ausdruck zu Zeigen. Gerade in der Gesellschaft, wo dieses Fundamental ist, wird ihr das Recht verweigert, sich zu zeigen. Sie wird dadurch so gesehen aus der Gesellschaft als ganzes Ausgeschlossen; ihr Kontakt mit der Gesellschaft reglementiert; ihre Interaktion als Gleichberechtigte wenn überhaupt auf die wenigen beschränkt, denen Sie sich als ganzer Mensch zeigen darf.

Dabei ist es, anders als wenn sich ein Mitglied der Gesellschaft von sich aus zurückzieht, hier gerade der Entzug der Gesellschaft, der gegen die jedem Menschen innewohnende Menschenwürde verstößt. Die Person, die zur Verschleierung gezwungen wird, wird zu einem Menschen zweiter Klasse, in der Gesellschaft wird ihr die Eigenschaft Mensch nach Außen abgesprochen.

Der Mensch ist immer noch ein soziales Tier; die Fähigkeit und das Recht zur Gesellschaft ist genauso Fundamental für das Mensch sein, wie der Hunger, die Gefühle oder das Atmen. Diesen Kern greift die Vollverschleierung an.

Um zum Ausgangsthema zurück zu finden, und um die obigen Ausführungen in einen Kontext zu setzen:

In der Gesellschaft muss zwischen Verkleidung und Vermummung/Verschleierung unterschieden werden. Eine Vermummung oder Verschleierung dient im Gegensatz zur Verkleidung gerade dem Verbergen. Dieser Begriffliche Unterschied macht auch Klar, warum die Verkleidung zulässig, die Verschleierung nicht: Mit der Verkleidung wird eine Erweiterung der Persönlichkeit erreicht. Es tritt gerade eine sonst nicht gezeigter Teil der Persönlichkeit nach außen.

Zwar ist für sich betrachtet die Religionsfreiheit ein Ausdruck der unantastbaren Würde des Menschen; und ist für sich betrachtet die (freiwillige) Vollverschleierung aus religiösen Motiven unter der Religionsfreiheit legitimiert, würde jedoch dieses im Zusammenspiel die Würde des Menschen ihm selbst zur Disposition gestellt. Nach außen macht es keinen Unterschied, ob eine Person gezwungen wird oder sich freiwillig den Regeln unterwirft, die Sie zur Verschleierung zwingen. Der Schutz der Menschenwürde ist hier höher einzustufen als das Recht der einzelnen Person auf Verschleierung.  Der Einzelne könnte sonst sich genauso als Sklave verkaufen oder die Entscheidung über sein Ableben gegen Geld verkaufen. Dieses insbesondere ist jedoch nicht zulässig. Die Würde des Menschen ist (auch für den jeweils konkreten einzelnen Menschen) unantastbar und unveräußerlich.

Es ist in der Konsequenz geboten, dass eine aufgeklärte und freiheitliche Gesellschaft, wie die unsrige, Angriffe auf den absoluten Kern ihrer Werteordnung, die Menschenwürde, nicht zulässt.

Ich plädiere daher dafür, die religiöse Vollverschleierung von Frauen (oder Männern) nicht zu zu lassen und dieses unter Strafe zu stellen.

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