Kurz und Knapp: Religion ist Politik

Religion – die Aussage über das Metaphysische – Oder etwa nicht?

In unserer Gesellschaft gehen wir wie selbst verständlich davon aus, dass Politik und Religion zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Wir kommen nicht auf den Gedanken, dass unsere moralischen Vorstellungen, unsere Religiösen Ansichten auch eine politische Dimension haben. Seit der Aufklärung hat sich in Europa ein Denken der Trennung von Staat und Kirche durchgesetzt. Wir sehen die Religiosität als eine Entscheidung des einzelnen, die sich jedoch nicht als Politische Bewegung formiert.

Diese Trennung von Religiosität, ja Religion an sich, und Politik wird heut zu tage jedoch stark auf die Probe gestellt. In allen Religionen sind Fundamentalistische und Konservative Bewegungen am erstarken, die aus den religiösen Texten einen auch Weltanschaulichen politischen Auftrag entnehmen.

Die wahrscheinlich bekanntesten dieser Strömungen sind der Salafismus, die strenge Orthodoxie des Judentumes und die evangikale Rechte in den USA.

Sie alle berufen sich in ihrem Handeln, in ihrem Auftreten und in Ihrer Sendung auf die Kollektive und persönliche Religionsfreiheit um ein Weltbild zu propagieren, dass dem der Aufklärung diametral entgegensteht.

Sie bedienen sich dabei aller Formen einer klassischen Partei. Sie Werben, halten Reden und “Feste” ab. Sie haben oftmals Partei ähnliche Strukturen und versuchen auf Gesetzgebung Einfluss zu nehmen.

Sie sind zumindest was alltäglichen Speise, Kleidungs, Sozialvorschriften angeht, von einer klassischen politischen Partei nicht zu unterscheiden.

Wenn wir es jedoch ernst mit unserer Prämisse, der Trennung von Staat (und damit auch der Politik) und Religion nehmen, müssen wir diese Vorgänge, diese Bereiche einer Religionsgemeinschaft, als politisches Engagement und damit die Religionsgemeinschaft als politische Partei auffassen.

Wir können dann aber auch nicht zu lassen, dass sich eine Religionsgemeinschaft mit solchen politischen Anbandungen hinter dem unbeschränkten Schild der Religionsfreiheit versteckt, sondern müssen konsequent dort den Schutz der Religionsfreiheit verneinen und Sie dem Maßstab der politischen Meinungs- und Parteienfreiheit unterwerfen – Mit allen Vor- und Nachteilen und der Verpflichtung auf die freiheitliche demokratische Grundordnung.

Wir sollten uns also frei machen von dem verkrampften Vermeiden von politischer Kritik an religiösen Praktiken und endlich einsehen, uns eingestehen und von allen einfordern, dass Religion und die Religionsfreiheit an sich, sich nur auf die Metaphysik, d.H. Aussagen über die Reale Physische Welt hinausgehend, sowie maximal noch auf Handlungsempfehlungen beschränkt.

Jedoch dürfen diese nicht als zwang eingefordert werden. Die Religionsgesellschaft muss die Befolgung komplett in die Freiwilligkeit, d.H. von äußeren und Inneren Zwängen frei,  des einzelnen Mitgliedes stellen. Ansonsten würde die Religionsgesellschaft wieder ein Politisches Weltbild vertreten.

S!

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s